Rendezvous im Club 44

Programmtreffen des NFP 81 in La Chaux-de-Fonds
Die Uhrenstadt – und Schweizerische Kulturhauptstadt 2027 – empfing die Baukultur-Gruppe Anfangs Mai mit kühlem und feuchtem Wetter. Die meteorologischen Umstände konnten aber die Neugier und Freude der Teilnehmenden am Programmtreffen des NFP 81 nicht beeinträchtigen. Rund 90 Personen aus 13 Forschungsteams und der Leitungsgruppe trafen sich nach gut einem Jahr Forschungsarbeit am 5. und 6. Mai in La Chaux-de-Fonds. Der Espace Angelo Mangiarotti im legendären Club 44 bot einen passenden baukulturellen Rahmen für die Zusammenkunft: In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre gestaltete der Mailänder Architekt Angelo Mangiarotti die Räume des 1944 gegründeten Clubs an der Rue de Serre um..
Am ersten Tag präsentierten die Teams den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeiten. Einmal mehr war die Vielfalt der Ansätze und Zugänge beeindruckend. Die Projekte treten jetzt in eine Reifephase und bereits nächstes Jahr kann mit ersten Ergebnissen gerechnet werden. Im Anschluss führte die Kulturvermittlerin Sylvie Pipoz die stattliche Gruppe durch «ihr» La Chaux-de-Fonds – berühmt geworden durch den urbanisme horloger, eine städtebaulich-architektonische Konfiguration ganz im Dienst der Uhrenindustrie. Diese spezifische Stadtlandschaft wird seit 2009 von der UNESCO als kulturelles Welterbe anerkannt.
Der zweite Tag wurde dem Thema der Verbreitung von Baukultur in Forschung und Praxis gewidmet. Zum Auftakt wurde anhand zweier Architekturjahrbücher über die Vermittlung von Baukultur reflektiert. Aus Belgien berichteten Dennis Pohl, Direktor des Vlaams Architectuurinstituut VAi und Petrus Kemme, Redaktor des Flanders Architectural Yearbook, das seit Anfang der 1990er Jahre erscheint und sich der Vermittlung Baukultureller Qualität an eine breite Öffentlichkeit verschreibt. Wesentlich jünger ist das Swiss Architecture Yearbook SAY, vorgestellt von Ludovica Molo von der herausgebenden Stiftung und Mitherausgeber Roland Züger von der Zeitschrift werk, bauen + wohnen, das 2025 zum zweiten Mal erschien – als Buch und zugleich auch als Wanderausstellung . In anschliessenden Workshops tauschten sich die Teilnehmenden über die Konzepte und Massnahmen zur Vermittlung in den einzelnen Forschungsprojekten aus.
Nach zwei intensiven Tagen zeigte sich das Wetter in La Chaux-de-Fonds von seiner angenehmeren Seite: Die Abreise wurde von Sonnenschein und einer leichten Frühlingsbrise begleitet.